Dienstverhältnisse

Dienstverhältnisse im Überblick – Die wichtigsten Infos!

Hier findest du relevante Informationen über die verschiedenen Arten von Dienstverträgen. In der Anstellung wird zwischen "echtem Dienstvertrag", "freiem Dienstvertrag" und "Werkvertrag" unterschieden. Damit du weißt, woran du bist, informiere dich hier.

"Echter" Dienstvertrag

Merkmale:

  • Eingliederung in die Strukturen des Unternehmens
    Dazu zählt die Weisungsgebundenheit der ArbeitnehmerInnen bezüglich Arbeitszeit, -ort und -abfolge, aber auch personenbezogene Weisungen, Anweisungen zum arbeitsbezogenen Verhalten und die persönliche Arbeitspflicht.
  • Bemühungsverbindlichkeit

    Du bist nicht zu einem bestimmten Leistungserfolg verpflichtet, das Bemühen reicht aus.
  • ArbeitgeberIn ist die UnternehmerIn

    Es müssen dir alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden. Der wirtschaftliche Erfolg kommt dem/der ArbeitgeberIn zu Gute, dieseR trägt jedoch auch das Risiko. Als ArbeitnehmerIn bist du hingegen wirtschaftlich von deiner/deinem ArbeitgeberIn abhängig.
  • Treue- und Fürsorgepflichten
    Du musst per Gesetz dem Unternehmen "treu" sein. Das führt unter anderem zum Konkurrenzverbot sowie Geheimnisschutzpflichten. ArbeitgeberInnen müssen wiederum deine Rechtsgüter, wie Leben oder Gesundheit, schützen.

Ansprüche:

  • bezahlter Urlaub
  • Pflegefreistellung
  • Krankenstand
  • Abfertigung
  • Arbeitslosengeld

Versicherung:

Überschreitest du die Geringfügigkeitsgrenze (Stand 2016: 415,72 Euro im Monat) hast du Anspruch auf Vollversicherung.

Darunter fallen:

  • Krankenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Pensionsversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Während Geringfügig Beschäftigte im Arbeitsrecht die gleichen Rechten und Pflichten haben, wie Vollbeschäftigte, gibt es bei der Sozialversicherung eigene Bestimmungen. Sie haben per Gesetz nur Anspruch auf Unfallversicherung. Solltest du daher geringfügig beschäftigt sein, solltest du die Möglichkeit des opting in um 58,68 Euro (Stand 2016) zu nutzen, um zusätzlich kranken- und pensionsversichert zu sein.

Freier Dienstvertrag

Merkmale:

  • Vertragliche Verpflichtung zur Erbringung von Dienstleistungen auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Entgelt.
  • Dauerschuldverhältnis
 (Es werden über einen längeren Zeitraum Arbeitsleistungen erbracht)
  • Persönliche Dienstleistungserbringung
  • Fehlen wesentlicher Betriebsmittel.
  • Die Weisungsgebundenheit ist auf Rahmenanweisungen beschränkt.
  • Es muss die Einkommenssteuer gezahlt werden.

Ansprüche:

Folgende arbeitsrechtlichen Bestimmungen gelten nicht für freie DienstnehmerInnen:

  • Kein Anspruch auf Mindestgehalt laut Kollektivvertrag
  • Keine Anwendung des Arbeitszeitgesetzes (welches unter anderem Überstunden regelt)
  • Keine Anwendung des Urlaubsgesetzes
  • Abfertigungs- und Entgeltfortzahlungsbestimmungen sind nicht anwendbar
  • Keine Anwendung des Insolvenzentgeltsicherungsgesetzes
  • Keine Anwendung des Arbeiterkammergesetzes

Folgende arbeitsrechtliche Bestimmungen werden analog für freie Dienstverträge angewendet:

  • Gesetzliche Kündigungsfristen
  • Anspruch auf Kündigungsentschädigung
  • Betriebliche Übung
  • Betriebliche Übung bedeutet, dass du durch regelmäßig wiederholtes Verhalten deiner/s ArbeitgeberIn ableiten kannst, Anspruch auf bestimmte Leistungen zu haben.
  • Dienstnehmerhaftpflichtgesetz

Versicherung:

Es gelten die gleichen Regelungen wie beim „echten“ Dienstvertrag. Verdienst du über der Geringfügigkeitsgrenze von 415,72 Euro im Monat (Stand 2016), bist du vollversichert (Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung). Geringfügig Beschäftigte sind nur unfallversichert und sollten daher die Möglichkeit des opting in für Kranken- und Pensionsversicherung um 58,68 Euro (Stand 2016) nützen.

Werkvertrag

Merkmale:

  • Zielschuldverhältnis

    (Du schuldest die Herstellung eines Werkes bzw. eines Erfolges)
  • Du trägst das Risiko selbst und steuerst selbst die wesentlichen Betriebsmittel bei.
  • Keine Weisung
 (Du kannst dir die Arbeitszeiten selbst einteilen und bist nicht in die Organisationsstruktur integriert. Es besteht auch die Möglichkeit der Vertretung durch eineN DritteN)
  • In der Regel erfolgt die Bezahlung durch ein Fix- bzw. Stundenhonorar.
  • Es muss die Einkommenssteuer gezahlt werden.

Ansprüche:

Es besteht kein arbeitsrechtlicher Schutz.

Versicherung:

Beim Werkvertrag wird das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz (GSVG) angewendet.

Hast du einen Werkvertrag mit Gewerbeschein, bist du automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer und somit pflichtversichert bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA). Es müssen 23,4% vom Gewinn für Kranken- und Pensionsversicherung gezahlt werden, für die Unfallversicherung ist ein Fixum von 9,11 Euro pro Monat (Stand 2016) zu entrichten.

Hast du einen Werktvertrag ohne Gewerbeschein und bist du noch nicht unter einem anderen Sozialversicherungsgesetz pflichtversichert, gilt auch das GSVG. Wenn ausschließlich Einkünfte als neueR SelbstständigeR bezogen werden und das Jahreseinkommen 4.988,64 Euro (Stand 2016) übersteigt, musst du dich pflichtversichern. Liegen die Einkünfte darunter, kannst du dich freiwillig für die Kranken- und Unfallversicherung optieren.

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Infos

Alle Infos:

Weitere Informationen unter:

www.oeh.ac.at